Sieb/Film Siebdruckplatten

Befilmtes und beschichtetes Sperrholz (Filmsperrholz/Betonschalungsplatten/Fahrzeugbaubodenplatten, Siebdruckplatten):
Birken-, Combi-, Combi Mirror- und Nadelholzsperrholzplatten können alle mit Befilmung
oder Beschichtung für die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Endprodukts geliefert
werden. Die Haupttypen der oberflächenveredelten Platten der finnischen Sperrholzindustrie sind folgende:


Phenolharzbefilmung, strukturiert (Filmsperrholz, Betonschalung):

Der phenolharzimprägnierte Film bei den Filmsperrhölzern wird unter hohem Druck und hoher Temperatur auf beide Oberflächen der Platte gepresst. Befilmte Sperrholzplatten (Filmsperrholz) besitzen eine höhere Resistenz gegen Abrieb, Feuchtigkeit, Chemikalien, Insekten- und Pilzbefall. Ihre Oberfläche ist glatt, hygienisch und leicht zu reinigen. Die Farbe ist normalerweise dunkelbraun, die Platten sind aber auch in hellbraun, grün, gelb, grau, rot und schwarz erhältlich. Außer der normalen 120 g/m2 Befilmung können die Platten auch mit dickeren Filmen geliefert werden. In letzter Zeit haben sich 170 g/m2, 220 g/m2 und 440 g/m2 Befilmungen wegen ihrer besseren technischen Eigenschaften immer mehr durchgesetzt. Durch Versiegelung der Kanten wird die Feuchtigkeitsaufnahme der Platten minimiert.

Diese Platten werden sowohl im Betonschalungsbau (Betonschalungsplatten), im LKW-Fahrzeugbau aber auch mitlerweile im dekorativen Innen- und Objektausbau.

 

Phenolharzbefilmung, strukturiert (Siebdruckplatten):
Siebdruckplatten bzw. Sperrholzplatten mit phenolharzimprägnierter Befilmung, in die auf eine oder beide Plattenoberflächen zusätzlich eine Antirutschstruktur eingeprägt ist. Diese Siebdruckprägung verbessert die Reibungseigenschaften wesentlich. Befilmungen und Siebdruckprägungen zur Verbesserung der Rutschfestigkeit sind in großer Auswahl erhältlich. Auch das Farbangebot der Befilmungen ist reichhaltig.
Diese Platten kommen ebenfalls im Betonschalungsbau (Betonschalungsplatten) als auch im LKW-Fahrzeugbau und Anhängerbau als Bodenplatten zum Einsatz. 

 

Kantenversiegelung von Filmsperrholz und Siebdruckplatten:

Die Plattenkanten sind mit Acrylfarbe werkseitig gegen Feuchtigkeitsaufnahme versiegelt und temporär geschützt. Die Kantenversiegelung "hemmt" die Feuchtigkeitsaufnahme der Plattenkanten, beseitigt diese Aufnahme aber dadurch nicht generell. Zuschnittkanten sowie Bohrungen müssen daher immer entsprechend neu versiegelt werden.

 

Befilmung für Farbanstriche:
Filmsperrholz mit heiß aufgepresster phenolimprägnierter Befilmung für Anstrich. Dieses Trägermaterial bildet eine dichte, stabile Unterlage für Anstriche. Die Befilmung verringert denFarbverbrauch und verhindert effektiv die für gestrichene Holzflächen typische Haarrissbildung. Geeignet für Innen- und Außenanwendungen. Auch erhältlich mit fertigem
Grundierungsanstrich. Das Endergebnis ist eine glatte, haltbare Oberfläche.

 

Melaminbeschichtung:
Sperrholzplatten mit Melaminlaminatbeschichtung in großer Auswahl für eine Vielzahl
von dekorativen Anwendungen im industriellen Bereich inklusive der Lebensmittelindustrie.
Die üblichsten Farben sind weiß und hellgrau.


Sonderprodukte:
Außer den gewöhnlichen beschichteten Sperrhölzern, die von allen finnischen Sperrholzproduzenten hergestellt werden, gibt es eine breite Auswahl an Sonderprodukten, die
nur von einzelnen Unternehmen der finnischen Forstindustrie hergestellt werden. Diese
Produkte umfassen: gestrichenes und gebeiztes Sperrholz, furniertes Sperrholz, laminiertes Sperrholz, mit Polypropylenfolie beschichtetes Sperrholz, GFK-beschichtete Oberflächen, metall- und mineralbeschichtetes Sperrholz und Sperrholz mit Schallbarriere.

 

Geschäftete Platten im Großformat (Filmsperrholz, Betonschalungsplatten und Siebdruckplatten):

Sowohl unbeschichtete als auch beschichtete Platten sind in Großformaten erhältlich.
Standardplatten werden in Faserrichtung der Deckfurniere geschäftet und dann mit
Spezialleim verleimt. Die maximalen Plattenformate variieren je nach Sperrholztyp. Das
größte Plattenformat ist 2150 x 3850 mm.

  

Bearbeitete Platten (im Zuschnitt und CNC Bearbeitung):
Sperrholzplatten können nach Kundenspezifikation im Herstellerwerk bearbeitet werden.
Bohrungen, Kantenprofilierungen und diverse Bearbeitungen werden mit modernster CNCTechnik ausgeführt.

 

HINWEISE FÜR DIE ANWENDUNG VON SPERRHOLZ

Birkensperrholz:
Birkensperrholz hat erstklassige Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften und damit
eine sehr gute Dauerstandfestigkeit. Dank seiner hohen Rollenschubfestigkeit ist es im
schweren Fußbodeneinsatz besser als andere Sperrholzprodukte. Die Oberflächenhärte
und Schlagfestigkeit der Platte sind ausgezeichnet. Geschliffenes Birkensperrholz hat
eine helle, schöne und haltbare Oberfläche. Birkensperrholz ist eine erstklassige Beschichtungsunterlage mit sehr guten Wetter- und Feuchtigkeitsbeständigkeiten bei fachgerechter Beschichtung und Kantenversiegelung.

Typische Anwendungsbereiche für Birkensperrholz sind Betonschalungsplatten für hohe
Anforderungen, Transportmittelböden, Containerböden, schwer belastete Fußböden von
Gebäuden und Arbeitsbühnen, Gerüst- und Regalbretter, tragende Sonderkonstruktionen,
Fahrzeugböden, Wände und Dächer, Verkehrsschilder und Hinweistafeln sowie Einrichtungen
und Möbel.

 

Combi-Sperrholz:
In seinen Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften erzielt Combi-Sperrholz in vieler Hinsicht
das gleiche Niveau wie Birkensperrholz. In der Hauptrichtung sind die Festigkeitsund
Steifigkeitseigenschaften von Combi-Sperrholz fast gleich. Eine Ausnahme macht
die Rollenschubfestigkeit der Platte, bei der die Festigkeit quer zur Faserrichtung des
Deckfurniers deutlich geringer ist als die Festigkeit in Längsrichtung. In dieser Beziehung
ist Combi-Sperrholz schwächer als Birkensperrholz. Die Oberflächenhärte und
Schlagfestigkeit von Combi-Sperrholz liegen annähernd in der Größenordnung von

 Geschliffenes Combi-Sperrholz hat eine helle, schöne und haltbare Oberfläche.
Combi-Sperrholz ist eine gute Beschichtungsunterlage und seine Wetter- und
Feuchtigkeitsbeständigkeiten sind bei fachgerechter Beschichtung und Kantenversiegelung
sehr gut. Combi-Sperrholz hat ein geringeres Gewicht als Birkensperrholz
und kann leicht bearbeitet werden.

Typische Anwendungsbereiche für Combi-Sperrholz sind Betonschalungen, Gebäudefußböden, Wände und Dächer, Landwirtschaftsbauten und -konstruktionen, Fahrzeugböden, Gerüst- und Regalbretter sowie Einrichtungen, Möbel und Verpackungen.
 

Nadelholzsperrholz:
Nadelholzsperrholz hat gute Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften. Seine Plattenoberfläche
ist etwas weicher als bei Birkensperrholz. Die Oberflächenmaserung ist kräftig und leicht erhoben. Die Oberfläche weist im Allgemeinen zahlreiche Äste auf. Die
Dickenquellung der Platte ist gering. Nadelholzsperrholz hat ein geringes Gewicht und
lässt sich leicht bearbeiten und nageln.
Typische Anwendungsbereiche von Nadelholzsperrholz sind Dachkonstruktionen,
Gebäudefußböden, Wände und Decken, in Fahrzeugen verdeckt bleibende Konstruktionen,
Verpackungen und Kisten, Baustellenkonstruktionen, Zäune und Schutzbauten sowie
Schalungsplatten, die nicht so oft wieder verwendet werden.

 

Transport:
Die Platten müssen während des Transports von der Fabrik zum Kunden gut geschützt
und unter trockenen Bedingungen gelagert werden, damit sie in keiner Phase durch
Regen- oder Spritzwasser feucht werden. Die Handhabung der Plattenstapel mit Gabelstaplern
muss vorsichtig erfolgen, damit das Verpackungsmaterial und die Platten nicht
beschädigt werden und die Verpackungsbänder nicht reißen. Die Sperrholzstapel dürfen
nicht mit den Gabeln des Staplers geschoben werden. Die Stapel sind immer in Horizontallage

zu transportieren und zu lagern.

 

Handhabung:
Die Platten sind vorsichtig zu entladen, so dass die Stapel nicht beschädigt werden. Das
Abladen erfolgt üblicherweise mit Gabelstaplern. Bei anderen Methoden sind Anschlagbänder
Metallschlingen, -haken oder -ketten vorzuziehen. Beim Anheben dürfen die Anschlagmittel die zu bewegenden Platten nicht beschädigen. Die Stapel sind von Hand auseinander zu nehmen, wobei darauf zu achten ist, dass die Oberflächen, Kanten und Ecken der Platten nicht beschädigt werden. Einzelne Platten sind immer in angehobenem oder getragenem Zustand zu bewegen. Sie dürfen z.B. dabei nicht geschoben werden.

Achtung! Filmbeschichtete Sperrholzplatten haben extrem glatte Oberflächen. Wenn diese
Platten später auf andere Weise als in ihrer Originalverpackung bewegt und gelagert
werden sollen, so ist immer für eine sachgerechte Bandagierung der Plattenstapel zu sorgen.

 

Lagerung:
Sperrholzplatten sind in horizontaler Lage in der Originalverpackung in einem überdachten,
trockenen Raum zu lagern. Der Untergrund muss immer eben, stabil und mit genügend
dicht verteilten Unterhölzern ausgelegt sein. Gleichgroße Stapel sind turmartig,
geradlinig und so zu lagern, dass die Unterhölzer der Stapel jeweils genau an der gleichen
Stelle sind. Bei längerer Lagerung kann es auch erforderlich sein, die Originalbandagen
zu lösen und sie gegen andere wie z.B. Kunststoffbandagen auszuwechseln,
damit die Bandagen bei eventueller Quellung der Platten keine Abdrücke an den Kanten
oder auf der Oberfläche der obersten oder untersten Platte hinterlassen.
Sperrholzplatten sollten vor der Montage oder der Oberflächenbehandlung für eine ausreichend lange Zeit unter solchen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen gelagert
werden, die denen der Einbaustelle entsprechen. In beheizten Räumen beträgt diese
Akklimatisierungszeit ca. eine Woche. Zur Akklimatisierung werden die Platten vorsichtig
auf die Kante gestellt. Zwischen und unter die Platten werden Leisten gelegt, damit die
Luft frei zirkulieren kann.

 

Sollte es erforderlich sein, filmbeschichtete Betonschalungsplatten vorübergehend im
Freien unter Planen zu lagern, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Plattenkanten
nicht durch Regen- oder Spritzwasser befeuchtet werden.

 

Entsorgung von Sperrholz:
Sperrholz hat in der Praxis eine lange wirtschaftliche Nutzungsdauer und es kann in
vielerlei Weise entsorgt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Gesetzgebung können
die Entsorgungsmethoden in den einzelnen Ländern jedoch voneinander abweichen.
Die meistempfohlene Methode ist das Recycling. Gebrauchtes Sperrholz kann in vielen
Anwendungsbereichen wieder verwendet werden. Recycling darf die Umwelt weder stärker
belasten als andere Entsorgungsverfahren, noch darf es teurer sein als die Verwendung
eines neuen Produkts.

 

Wenn der Brennwert von Sperrholz genutzt werden kann, entspricht seine Verbrennung dem Recycling. Bei einer Verbrennungstemperatur von mindestens +700°C erzeugen
unbeschichtete, phenolharz- oder melaminbeschichtete oder mit herkömmlichen Farben
gestrichene Sperrhölzer nicht mehr schädliche Brenngase als bei der Verbrennung von
gewöhnlichem Holz. Das Verbrennen von Sperrholz am offenen Feuer ist nicht zu empfehlen,
weil bei niedrigen Verbrennungstemperaturen die Entstehungsmenge von schädlichen
Brenngasen größer ist. Dank seiner höheren Dichte hat Sperrholz einen besseren
Brennwert als massives Holz.

Fast alle Sperrholzprodukte können kompostiert werden. Die Platten werden vor der Kompostierung zu Hackschnitzeln verarbeitet.

Fast alle Sperrholzprodukte können auf Mülldeponien entsorgt werden. Die Mülldeponieeignung der Behandlungsstoffe oder Beschichtungen von Sperrholz ist jedoch vorher abzuklären. Sperrholzprodukte zersetzen sich nur sehr langsam.
Finnisches Standardsperrholz enthält keinerlei Abfallkomponenten, die als Schadstoffe
eingestuft werden.

 

CE-Kennzeichnung:
Die Bauproduktrichtlinie wurde 1988 von den Behörden der EU erlassen. Ziel dieser
Richtlinie ist es, im Bausektor und speziell im Handel mit Bauprodukten einen einheitlichen
europäischen Markt zu schaffen. Dazu sollen beim grenzüberschreitenden Handel
mit Bauprodukten zahlreiche technische Barrieren abgebaut werden, indem die Anforderungen
an Bauprojekte und -produkte der Mitgliedsländer sowie an die beim Nachweis
der Konformität angewandten Verfahren vereinheitlicht werden. Die Freizügigkeit der
Produkte war bisher durch verschiedene von den Mitgliedsländern für Bauvorhaben und
Bauprodukte vorgeschriebene Anforderungen und Prüfungsverfahren eingeschränkt.
Voraussetzung für die Freizügigkeit eines Bauprodukts innerhalb des EU-Binnenmarkts
ist der Nachweis, dass das Produkt die in der technischen Spezifikation gestellten Anforderungen erfüllt, woraufhin es dann mit dem CE-Kennzeichen versehen werden kann.
Unter den technischen Spezifikationen sind im Allgemeinen harmonisierte Normen oder
europäische technische Zulassungen zu verstehen. Der Hersteller ïst dafür verantwortlich,
den Nachweis der Konformität auch dann zu erbringen, wenn an dem Verfahren
eine zugelassene Sicherheits-, Prüfungs- oder Testanstalt teilgenommen hat.

Die CEKennzeichnung von Holzplatten erfolgt aufgrund der harmonisierten Produktnorm EN
13986.

Von den Mitgliedsländern wird verlangt, dass sie eine ausreichende Marktüberwachung
organisieren, mit Hilfe der sichergestellt wird, dass die auf dem Markt befindlichen Produkte
für die geplante Anwendung geeignet sind und dass die CE-Kennzeichnung ordnungsgemäß
durchgeführt wurde. Eine Überwachung an der Grenze ist nur für Produkte
zulässig, die von außerhalb des EU-Gebiets kommen.

 

EN-Standards:
FINNISCHES SPERRHOLZ ERFÜLLT DIE ANFORDERUNGEN FOLGENDER EN-STANDARDS:

EN 310 Holzwerkstoffe – Bestimmung des Biege-Elastizitätsmoduls und der
Biegefestigkeit
EN 313-1 Sperrholz – Klassifizierung und Terminologie - Teil 1: Klassifizierung
EN 313-2 Sperrholz – Klassifizierung und Terminologie - Teil 2: Terminologie
EN 314-1 Sperrholz – Qualität der Verklebung - Teil 1: Prüfverfahren
EN 314-2 Sperrholz – Qualität der Verklebung - Teil 2: Anforderungen
EN 315 Sperrholz – Maßtoleranzen
EN 318 Holzwerkstoffe – Bestimmung von Maßänderungen in Verbindung mit Änderungen der relativen Luftfeuchte
EN 321 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Feuchtigkeitsbeständigkeit durch Zyklustest
EN 322 Holzwerkstoffe – Bestimmung des Feuchtegehalts
EN 323 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Rohdichte
EN 324-1 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Plattenmaße – Teil 1: Bestimmung der Dicke, Breite und Länge
EN 324-2 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Plattenmaße – Teil 2: Bestimmung der Rechtwinkligkeit und der Kantengeradheit
EN 325 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Maße der Prüfkörper
EN 326-1 Holzwerkstoffe – Probenahme, Zuschnitt und Überwachung – Teil 1:
Probenahme und Zuschnitt der Prüfkörper sowie Angabe der Prüfergebnisse
EN 326-2 Holzwerkstoffe – Probenahme, Zuschnitt und Überwachung – Teil 2:
Qualitätskontrolle in der Fertigung
EN 326-3 Holzwerkstoffe – Probenahme, Zuschnitt und Überwachung – Teil 3:
Abnahmeprüfung eines Loses von Platten
EN 635-1 Sperrholz – Klassifizierung nach dem Aussehen der Oberfläche – Teil 1:
Allgemeines
EN 635-2 Sperrholz – Klassifizierung nach dem Aussehen der Oberfläche – Teil 2:
Laubholz
EN 635-3 Sperrholz – Klassifizierung nach dem Aussehen der Oberfläche – Teil 3:
Nadelholz
ENV 635-4 Sperrholz – Klassifizierung nach dem Aussehen der Oberfläche – Teil 4:
Einflussgrößen auf die Eignung zur Oberflächenbehandlung, Leitfaden
EN 635-5 Sperrholz – Klassifizierung nach dem Aussehen der Oberfläche – Teil 5:
Messverfahren und Angabe der Merkmale und Fehler
EN 636-1 Sperrholz – Anforderungen – Teil 1: Anforderungen an Sperrholz zur
Verwendung im Trockenbereich
EN 636-2 Sperrholz – Anforderungen – Teil 2: Anforderungen an Sperrholz zur
Verwendung im Feuchtbereich
EN 636-3 Sperrholz – Anforderungen – Teil 3: Anforderungen an Sperrholz zur
Verwendung im Außenbereich
ENV 717-1 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Formaldehydabgabe – Teil 1:
Formaldehydabgabe nach der Prüfkammer-Methode
EN 717-2 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Formaldehydabgabe – Teil 2:
Formaldehydabgabe nach der Gasanalyse-Methode
EN 717-3 Holzwerkstoffe – Bestimmung der Formaldehydabgabe – Teil 3:
Formaldehydabgabe nach der Flaschen-Methode
EN 789 Holzbauwerke – Prüfverfahren – Bestimmung der mechanischen
Eigenschaften von Holzbauwerkstoffen
EN 1058 Holzbauwerke – Prüfverfahren – Bestimmung der charakteristischen Werte
der mechanischen Eigenschaften und der Rohdichte
EN 1072 Sperrholz – Beschreibung der Biegeeigenschaften von Bau-Sperrholz
EN 1084 Sperrholz – Formaldehydabgabe-Klassen nach der Gasanalyse-Methode
ENV 1099 Sperrholz – Biologische Dauerhaftigkeit – Leitfaden zur Beurteilung von
Sperrholz zur Verwendung in verschiedenen Gefährdungsklassen
ENV 1995-1-1 Eurocode 5 – Bemessung und Konstruktion von Holzbauten – Teil 1-1:
Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hochbau
EN 13986 Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen – Eigenschaften, Bewertung
der Konformität und Kennzeichnung
SFS 2413 Quality requirements for appearance of plywood with outer plies of birch

 

Feuchtigkeitseigenschaften von Sperrholzplatten:
Der Feuchtigkeitsgehalt von Sperrholz liegt bei der Auslieferung aus dem Werk gewöhnlich
in einem Bereich von 7 bis12 %. Nach der Auslieferung kann sich der Feuchtigkeitsgehalt
des Sperrholzes während des Transports, der Lagerung und weiterer Behandlung
verändern (gewöhnlich erhöhen). Wie alle anderen Holzwerkstoffe ist Sperrholz ein hygroskopisches Produkt und seine Abmessungen ändern sich bei Veränderungen der Feuchtigkeit. Aus diesen Gründen sind die Feuchtigkeitsbedingungen insbesondere dann zu
berücksichtigen, wenn das Sperrholz am Einsatzort belastet wird. Der Feuchtigkeitsgehalt (H) von Sperrholz ist aus folgender Formel erhältlich Die Gleichgewichtsfeuchte von Sperrholz hängt von der relativen Luftfeuchte (rF) und der Lufttemperatur (T) ab. Bei der Ausgangsbedingung gemäß Eurocode 5 mit T = 20°C und rF = 65 % liegt die Gleichgewichtsfeuchte von Birken-, Combi- und Nadelholzsperrholz aus dünnem Furnier bei rund 12 % und bei Nadelholzsperrholz aus dickem Furnier bei 10 %.

 

Abhängigkeit der mechanischen Eigenschaften vom Feuchtigkeitsgehalt:
Die im Abschnitt 3.1 angeführten mechanischen Eigenschaften beziehen sich auf einen Feuchtigkeitsgehalt zwischen 10 % und 12 % des Sperrholzprodukts. Eine Erhöhung des Feuchtigkeitsgehalts hat eine Abnahme der Festigkeits- und Elastizitätswerte von Sperrholz zur Folge.
Im Gegensatz zu anderen Platten auf Holzbasis kehren die Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften von EXTERIOR-verleimtem finnischem Sperrholz bei Normalisierung der Feuchtigkeit auf ihre ursprünglichen Werte zurück.

Tabelle 3-12 gibt Reduktionsfaktoren an, mit denen die Festigkeits- und Elastizitätswerte
zu multiplizieren sind, um die entsprechenden Werte für Sperrholz mit einem Feuchtigkeitsgehalt von rund 20 % zu erhalten.

 

 Biologische Beständigkeit von finn. Sperrholz

Sperrholz unter fechten Bedingungen:
Im Prinzip ist die biologische Beständigkeit von Sperrholz so gut wie die Holzart, aus der
die Platte gefertigt ist. Obwohl finnisches Sperrholz mit Phenol-Formaldehyd-Leim für
Außenanwendung verleimt ist, ist die Wetterbeständigkeit von unbeschichtetem Sperrholz
mit unversiegelten Kanten unter feuchten Bedingungen begrenzt. In permanenten
Außenkonstruktionen muss das Sperrholz sachgemäß beschichtet, kantenversiegelt,
montiert und instand gehalten werden, um ungünstigen Witterungseinflüssen widerstehen
zu können. Beschichtetes und kantenversiegeltes finnisches Birkensperrholz erfüllt
die Anforderungen gemäß der Norm EN 636-3.

 

Holz wird durch Pilzbefall zersetzt. Pilzbefall kann sich nur bei ausreichend Feuchtigkeit
und Sauerstoff in einem Temperaturbereich von +3 bis +40°C entwickeln. In der Praxis
besteht das Risiko von Pilzbefall bei einem Feuchtigkeitsgehalt des Sperrholzes von über
20 % (rF über 85 %) und Vorhandensein von Sauerstoff.

 

Das Risiko des Pilzbefalls von Sperrholz kann vermieden werden durch die Anwendung
von geeigneten Konstruktionsverfahren, die einige der oben genannten Faktoren ausschalten.
Zusätzlich kann die Resistenz von finnischem Sperrholz gegen Pilzbefall durch
Beimischung eines Holzschutzmittels in den Phenolformaldehydleim während der Produktion
verbessert werden. Gegen Fäulnis geschütztes Sperrholz wird gemäß DIN-Norm
68800, Teil 2 und Teil 5 hergestellt.

 

Bläuefärbung, Schimmel- und Insektenbefall:
Bläue- und Schimmelpilze können Farbfehler im Sperrholz verursachen. Schimmelpilze
wachsen nur auf der Oberfläche von Holz. Bläuepilze benutzen Stoffe als Nahrung, die in
Holzzellen gelöst sind, sie beeinträchtigen die Festigkeit des Sperrholzes somit nicht
wesentlich. Die schädlichsten Insekten für Holz und Holzprodukte sind die Termiten. Birke, Fichte und Kiefer sind als Holzart nicht gegen Termiten resistent, aber aus diesen Arten gefertigtes Sperrholz kann durch den Zusatz von geeigneten Schutzmitteln während der
Produktion termitenresistent gemacht werden.

 

UV-Licht:
Längerer Außeneinsatz von unbeschichtetem Standardsperrholz kann zur intensiven Einstrahlung von Sonnenlicht, das Ultraviolettstrahlen enthält, führen. Im Extremfall können
die Holzfasern schließlich durch die UV-Strahlen zersetzt werden. Zweckentsprechend
beschichtetes oder gestrichenes finnisches Sperrholz bietet guten Schutz gegen

UVEinstrahlung und andere Witterungseinflüsse.

 

Brandverhalten:
Obwohl Sperrholz brennt, kann es über eine bessere Feuerbeständigkeit verfügen als viele
andere Werkstoffe, die nicht brennen. Die Maßänderungen von Sperrholz infolge Temperaturänderungen sind äußerst gering und seine Verbrennungsgeschwindigkeit ist kleiner als z.B. bei Vollholz. Der Zündpunkt von Sperrholz bei Berührung mit offener Flamme liegt bei 270°C, während für die Selbstentzündung eine Temperatur von über 400°C erforderlich ist. Bei einem voll entwickelten Feuer verkohlt Sperrholz mit einer niedrigen voraussagbaren linearen Geschwindigkeit (ca. 0.6 mm pro Minute), die es ermöglicht, Sperrholz für bestimmte
Feuerschutzkonstruktionen einzusetzen. Dieses Brandverhalten kann durch Imprägnierung
und/oder Anstrich mit einem handelsüblichen Feuerschutzmittel oder durch Beschichtung des Sperrholzes mit nicht brennbaren Folien noch verbessert werden.

 

Schalldämmung:
Schall wird durch Luft und Konstruktionen übertragen. Die Luftschalldämmung ist von
der Dichte des Dämmstoffs abhängig. Sperrholz ist ein guter Dämmstoff im Verhältnis
zum Eigengewicht. Aus diesem Grund ist Sperrholz ein geeigneter Werkstoff für Lösungen
zur Verbesserung der Akustik. Der gemessene durchschnittliche Schallabsorptionskoeffizient
(im Frequenzbereich 100…3200 Hz) für einfache finnische Sperrholzplatten
ist in Tabelle 3-16 angegeben.

 

Die Schalldämmeigenschaften von Sperrholz können durch Sandwich-Konstruktionen
und durch Luftspalte zwischen den Elementen verbessert werden. Hinsichtlich der Schalldämmung ist wichtig, dass in den Fugen von Konstruktionen oder Elementen keine Spalte offen bleiben.


Formaldehydemission:
Die Formaldehydemission von phenolharzverleimtem Sperrholz ist sehr niedrig. Die gemessenen Werte unterschreiten auch die strengsten internationalen Anforderungen. Nach
EN 717-2 beträgt die Formaldehydemission von unbeschichtetem Birkensperrholz für
den Aussenbereich 0.4 mg HCHO/(m2·h) und liegt damit wesentlich unter den Anforderungen
der Klasse E1 (beste Klasse). Finnisches Sperrholz unterschreitet auch die
Emissionsanforderungen für Formaldehyd nach der Norm EN 1084 Release Class A
(beste Klasse).


Chemische Beständigkeit:
Finnisches Sperrholz besitzt eine gute Beständigkeit gegen viele schwache Säuren und
saure Salzlösungen. Alkalilaugen weichen die Oberfläche auf. Direkter Kontakt mit
Oxidationsmitteln wie z.B. Chlor, Hypochlorite und Nitrate sollte vermieden werden. Alkohol
und einige andere organische Flüssigkeiten haben eine wasserähnliche, d.h. quellende
und leicht festigkeitsmindernde Wirkung. Petroleum hat, abgesehen von einer
Verfärbung, keinerlei Wirkung. Phenolharzbefilmungen und GFK-Beschichtungen erhöhen
die chemische Beständigkeit von Sperrholz wesentlich.

 

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